Erst bricht das Mähnenhaar, dann scheuert sich das Pferd die Schweifrübe wund: Das Sommerekzem ist eine allergische Reaktion auf den Speichel blutsaugender Insekten – vor allem von Gnitzen (Culicoides). Um den quälenden Kreislauf aus Stichen, Entzündung und Juckreiz zu durchbrechen, beginnt ein wirksamer Schutz am besten, solange die Haut noch heil ist.
Symptome richtig einordnen
Typisch sind saisonale Beschwerden an Mähnenkamm, Schweifrübe und Bauchnaht, oft schon ab dem Frühjahr. Da auch Milben, Haarlinge oder Pilzinfektionen Juckreiz auslösen, sollte der Tierarzt die Diagnose sichern. Blutige, stark nässende Stellen sowie Fieber oder Mattigkeit sind Warnzeichen für Sekundärinfektionen und verlangen rasche tierärztliche Hilfe.
Konsequente Prävention im Alltag
- Passende Ekzemdecke: Schützt gefährdete Partien lückenlos vor Stichen. Die Decke täglich abnehmen, um die Haut auf Scheuerstellen oder Hitzestau zu kontrollieren.
- Haltung anpassen: Gnitzen meiden Wind. Luftige Weiden sind feuchten, windstillen Flächen vorzuziehen; die Dämmerungszeiten sollten auf der Koppel gemieden werden. Im Stall halten feinmaschige Netze und Ventilatoren die Insektenlast gering.
- Repellents gezielt nutzen: Sprays müssen explizit gegen Gnitzen wirken und nach Regen oder starkem Schwitzen erneuert werden. Offene Wunden dürfen damit nicht behandelt werden.
Hautpflege und Fütterung
Akut gereizte Haut benötigt schonende Pflege: Schweiß und Dreck mild auswaschen, gründlich spülen und die Haut sorgfältig trocknen. Nässende Areale vertragen keine dicken Fettschichten, sondern atmungsaktive Produkte. Neue Pflegemittel und ätherische Öle immer erst kleinflächig auf Verträglichkeit testen.
In der Fütterung gilt: Maß halten. Eine bedarfsgerechte Grundversorgung mit passendem Mineralfutter nützt der Hautbarriere mehr als wahllose Zusatzpräparate. Treten parallel Kotwasser oder Blähungen auf, sollte auch die Rationsverträglichkeit und Darmgesundheit überprüft werden.
Immunregulation mit Vitalpilzen
Tierheilpraktiker Tom Steinmetz setzt bei allergischen Reaktionen auf eine gezielte Vitalpilzkombination: Reishi dämpft Entzündungen und harmonisiert überschießende Immunantworten. Agaricus blazei Murrill (ABM) wirkt antiallergisch und hemmt die Ausschüttung des Botenstoffs Histamin. Ergänzend unterstützen Cordyceps die Zellenergie und Pleurotus das Darmmikrobiom sowie den Schleimhautschutz. Die individuelle Dosierung wird dabei schrittweise an Haltung, Fütterung und Allgemeinzustand des Pferdes angepasst.
Tom Steinmetz ist Tierheilpraktiker, fachlicher Berater der Mycelium Pilzkraft GmbH und Betreiber von Vet-Jedi.
Das Titelbild ist ein KI-generiertes Symbolmotiv.












