Das Pferd kommt steif aus der Box, tritt hinten kurz und tut sich auf gebogenen Linien schwer. Nach zehn bis fünfzehn Minuten Schritt wirkt es lockerer – es läuft sich ein. Dahinter steckt oft Spat: eine chronische Arthrose im Sprunggelenk. Ein Spatbefund bedeutet keineswegs das Aus als Reitpferd. Entscheidend ist, welche Gelenketage betroffen ist, wie weit der Knochenumbau fortgeschritten ist und wie das Training daran angepasst wird.
Wichtig: Setzt eine Lahmheit plötzlich massiv ein, belastet das Pferd das Hinterbein gar nicht mehr oder ist das Gelenk heiß und geschwollen, handelt es sich nicht um einen normalen Arthroseschub, sondern um einen akuten Notfall.
Die Gelenketagen: Wo der Spat wirklich sitzt
Das Sprunggelenk ist kein einfaches Scharnier, sondern gliedert sich in vier übereinanderliegende Etagen:
- Oberes Sprunggelenk (Tarsokruralgelenk): Hier findet fast die gesamte Beugung und Streckung des Sprunggelenks statt. Es ist selten von Spat betroffen.
- Untere Gelenketagen (straffe Gelenke): Das proximale und distale Intertarsalgelenk sowie das Tarsometatarsalgelenk bewegen sich kaum. Sie dienen primär als Stoßdämpfer und zur Lastübertragung.
Genau in diesen unteren, straffen Gelenken spielt sich der Spat ab: Der Knorpel nutzt sich ab, es kommt zu Entzündungen und knöchernen Zubildungen. Verknöchert eine betroffene Etage im Spätstadium vollständig (Ankylose), fällt die schmerzhafte Mikrobewegung weg – das Pferd läuft oft wieder beschwerdefrei. Die Phase des unvollständigen Umbaus ist dagegen besonders schmerzhaft. Das tierärztliche Spat-Merkblatt erklärt diese biomechanischen Zusammenhänge im Detail.
Die tierärztliche Diagnostik: Schritt für Schritt
Um Spat sicher von Problemen der Knie, des Fesselträgerursprungs oder der Rückenmuskulatur abzugrenzen, nutzt der Tierarzt eine strukturierte Diagnostik:
- Adspektion und Palpation: Abtasten der Gelenke auf vermehrte Wärme, Schwellungen oder fühlbare Knochenauftreibungen (Exostosen) an der typischen Stelle an der Innenseite des Gelenks.
- Ganganalyse: Beurteilung im Schritt und Trab auf hartem sowie weichem Boden. Besonders auf der Volte zeigt sich häufig der typische Wendeschmerz, wenn das innere Hinterbein Last aufnehmen und drehen muss.
- Beugeprobe (Spatprobe): Das Sprunggelenk wird für etwa eine Minute stark gebeugt, woraufhin das Pferd sofort angetrabt wird. Verstärkt sich die Lahmheit deutlich, erhärtet das den Verdacht – beweist Spat jedoch nicht allein, da Knie und Hüfte mitgebeugt werden.
- Diagnostische Anästhesien: Durch gezieltes Betäuben der Nerven (Leitungsanästhesie) oder direkte Betäubung der unteren Gelenketagen lässt sich die Schmerzquelle exakt isolieren. Läuft das Pferd nach der Infiltration lahmfrei, liegt die Ursache zweifelsfrei im betäubten Gelenkbereich.
- Röntgenaufnahmen: Bilder in vier Standardebenen zeigen verengte Gelenkspalten, Sklerosen und Knochenzubildungen. Da sichtbare Knochenveränderungen und das tatsächliche Schmerzempfinden nicht immer übereinstimmen, zählt stets der Abgleich mit dem Gangbild.
Haltung, Huf und Bewegung managen
- Konstante Bewegung: Regelmäßige, moderate Bewegung ohne lange Stehtage hält die Gelenke geschmeidig. Großzügige Schrittphasen zum Lösen einplanen; enge Wendungen, harte Stops und versammelnde Lektionen reduzieren.
- Boden und Hufzubereitung: Griffige, ebene Böden schonen das Gelenk. Zusammen mit Tierarzt und Hufschmied kann die Hufbalance so angepasst werden (z. B. durch zurückgesetzte Abrollpunkte), dass das Gelenk beim Fußen entlastet wird.
- Fütterung: Übergewicht konsequent abbauen, um die Gelenkbelastung zu senken; bedarfsgerechtes Raufutter und Mineralstoffe sichern den Erhalt der stützenden Muskulatur.
Gelenke mit Vitalpilzen begleiten
Tierheilpraktiker Tom Steinmetz setzt bei chronischer Arthrose auf eine gezielte Kombination von Vitalpilzen: Reishi reguliert chronisch-schleichende Entzündungen und lindert reflektorische Muskelverspannungen. Cordyceps stärkt die Zellenergie und unterstützt die Regenerationskraft von Muskeln und Bändern. Pleurotus fördert gezielt den Knorpelstoffwechsel sowie die Elastizität von Sehnen und Faszien.
Der Vet-Jedi-Leitfaden zu Gelenkerkrankungen vertieft die Auswahl. In der Mycelium-Beratung für Tiere wird die Gabe individuell auf Befunde, die betroffene Gelenketage und die Haltung abgestimmt.
Tom Steinmetz Tierheilpraktiker · fachlicher und medizinischer Berater von Mycelium
Weitere fachliche Hintergründe zur Auswahl von Vitalpilzen veröffentlicht Tom auf Vet-Jedi.
Tom Steinmetz ist Gesellschafter und Berater der Mycelium Pilzkraft GmbH sowie Betreiber von Vet-Jedi. Das Titelbild ist ein KI-generiertes Symbolmotiv.












